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MIA on Instagram | missing in action

THOUGHTS: Wenn dich eine App, wie Instagram, so abhängig macht und du nicht genau weißt, wie du aus dem Kreislauf ausbrechen kannst.


Ich war in den vergangenen Jahren sehr abhängig von Instagram. Jede freie Minute nutzte ich aus. Ja ich bezeichnete mich - back then - als süchtig. Glaubte ich verpasste etwas, wenn ich nicht online war. Aktualisierte nach jeder Schulstunde, ob denn schon neue Fotos hochgeladen wurden. Damals gab es die Funktion von Stories, wie es sie in der jetzigen Form gibt, nicht. Die Stories sind erst, nachdem es die eigene App ‚Snapchat‘ gab, dazugekommen.

An und für sich probiere ich gerne neue Apps aus, nur Snapchat hat mir kaum behagt und als die Story-Funktion auf Instagram kam, war ich anfangs irritiert, wie viele andere Menschen auch, nur gewöhnte ich mich schnell dran. Lernte sie zu lieben; jeden Tag ein wenig mehr. Und dann begann die Sucht abermals zu steigen. Ich fing an, mehreren Bloggern zu folgen. Es war nicht so, als hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht auch einen Blog besessen, aber hatte wohl nicht den Mut, aktiv am Ball zu bleiben und Content zu produzieren. Also nahm ich meine Homepage wieder aus der Informationsbox und lud nur Fotos auf meinen Account, mit den passenden Untertiteln. Für mich war wichtig, dass mein Account aufrecht blieb und dass meine Followerzahl stieg. Teilweise ging das Ganze ganz gut. Es hat aber auch Tage gegeben, wo es weniger gut lief und ich viele ‚Follower‘ verlor. Ich wurde jedoch älter und begriff, dass das nur Bots (u.a. fake Accounts) waren. Mittlerweile, wenn ich neue Follower bekomme freut es mich nicht mehr zu sehr, weil ich nicht enttäuscht werden möchte. Jedoch enttäusche ich mich wahrscheinlich nur selbst.

Irgendwann geht einem, finde ich, der Knopf auf. Man merkt, diese App macht anfangs abhängig. Okay. Jetzt auch stärker. Wie komme ich da raus? Gar nicht? Es muss doch einen Weg geben!? Ich kann nur von mir selbst berichten, dass sie für mich nimmer so eine hohe Priorität hat. Ich habe meine (privaten) Aufgaben verteilt. Anders aufgeteilt. Ich versuche nicht ständig erreichbar zu sein - schon gar nicht über diese Applikation. Es macht mich nur kaputt. Und viele Menschen rund herum auch.


Du hast eventuell bemerkt, dass ich kaum mehr Fotos hochlade. Und, dass die eigenen kreativen Ideen-verpackten Stories meinen Account (more or less) aufrecht halten. Natürlich schaut mein Feed jetzt ziemlich durcheinander aus, weil ich nur das poste, was auch mir großteils gefällt - oder was zumindest ein paar treuen Follower bzw. (wahren) Freunden gefällt. Ich frage meine überschaubare Community nicht, welches Foto als nächstes hochgeladen wird. Ich tue es einfach, weil ich mir den Freiraum noch gebe/nehme, selbst zu entscheiden. Bei einigen Menschen, denen ich folge, kommt es mir vor, als würden sie nicht mehr entscheiden, welches Bild als nächstes online geht. Was sehr sehr schade ist. Bei mir geschieht es Gottseidank ohne Druck. Ideen, die ich habe, schreibe ich auf. Wenn ich ein gutes Fotomotiv gefunden habe, knipse ich gleich ein Bild. Und die Geschichte dazu fällt mir meist spontan ein.


Es wird sicherlich noch einige Male vorkommen, dass ich entweder offline sein werde, oder wieder sehr aktiv. Derzeit baue ich mir weder Druck auf, noch lasse ich alles liegen und stehen. Ich gehe mit meinem eigenen Flow und schaue, wo mich dieser hintreibt bzw. hinführt.





(Instagram | Erscheinungsjahr: 2010, Quelle: wikipedia.org, angemeldet seit Dezember 2012)

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