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vor zirka 4 Jahren

Laufe ich vor etwas Bestimmten weg? Wovor habe ich Angst? Ist jeder neue Tag eine Herausforderung für mich oder bilde ich mir manche Sachen zu stark ein? Alles begann vor 5 Jahren. Ich war 14 Jahre alt - also mitten in der Pubertät. Es lief nicht immer alles so wie ich es mir erhofft hatte oder gewünscht habe. War ich damals schon in Watte gehüllt? - wusste ich leider nicht mehr. Wir leben nun seit 3 Jahren wieder in Österreich (2009) - könnte mich also leider nicht erinnern ob sich viel, in der Zeit als ich (3-Käse-hoch) noch in Österreich war, verändert hat(te). Ich schloss schnell Freundschaft mit Freunden aus meiner ehemaligen Schule (Hauptschule in ND), die auch heute noch meine Freunde sind. Von den ganzen Klassenkolleginnen habe ich 3, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind. Freundin 1, Freundin 2 und Freundin 3. Jede von ihnen ist persönlich jemand mit der man Spaß haben kann. Allerdings wurde Freundin 2 psychisch-depressiv und musste nach der 4. Unterstufe (Hauptschule) in ein Klinikum gebracht werden. Dort wurde ihr auch geholfen. Hinterbrühl heißt es. Wo genau es liegt, weiß ich nicht? Sie hatte, nachdem sie dort in Therapie war, leider immer wieder ein paar 'kleine' Rückfälle. Ich möchte nichts Schlechtes über sie als Person sagen, aber sie lebt dennoch in einer Parallelwelt und daher fällt es mir ab und zu auch schwer mit ihr etwas zu unternehmen. Freundin 3 hat sowas auch erlebt. Anders - aber auch sie war in Hinterbrühl. Psychisch labil; wenn ich schon bei einer Freundin (2) so angefangen habe zu schreiben. Sie hat sich selbst verletzt. Ich denke, weil sie die Situation nicht ausgehalten hatte. Was sie als nächstes trifft? Vielleicht war sie damals auch überfordert, sowie ich jetzt - eventuell mit der Gesamtsituation? Leider sehe ich sie nicht so oft. Aber gerne würde ich mehr mit ihr unternehmen wollen. Freundin 1 - nun, sie war eben 'perfekt'. Immer eine schlaue Person. Manchmal hat auch sie es übertrieben und unseren Freundschaftsbogen überspannt, aber das legte sich ganz schnell wieder. Nach der Unterstufe ging es in die Oberstufe & unsere Wege trennten sich. Freundin 1 besucht ein Gymnasium - sie hat heuer Matura (2015). Freundin 3 macht ebenso ein Gymnasium und ist glaub ich gar nicht so schlecht in der Schule. Freundin 2 war zuerst in einem Internat - aber als sie nur schlechte Noten heimgebracht hat, hat man sie daheim in der Heimatstadt in die Oberstufe für die HLW anmelden lassen. Höhere Lehranstalt für Wirtschaft - wo ich übrigens auch war. Es waren 2 schreckliche Jahre. In der 1. war es noch ganz okay, aber ab der 2. Oberstufe wurde ich mehr oder weniger gemobbt. Ich beschloss mich aus der "heiligen 'Klassengemeinschaft' " herauszunehmen. Distanzierte mich immer mehr. Nachdem ich im Halbjahreszeugnis mehr 'Genügend' und einmal 'Nicht Genügend' stehen sehen habe, beschloss ich mit dieser Schule aufzuhören.

Einfach abzubrechen - tun viele in diesem Alter, mit ca. 16 oder 17 Jahren. Ich war schon 17 Jahre alt und bewarb mich bei den verschiedensten Lehrbetrieben, unter anderem beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (kurz für HVB) und im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Ich hatte bei beiden eine Zusage - war auch bei beiden Vorstellungsgesprächen. Die erste Zusage hatte ich im HVB. Ich konnte mich zuerst nicht entscheiden - aber ich denke meine Entscheidung war damals richtig. :) Ich begann also am 2. September 2013 mit meiner Lehre im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Lernte neue liebenswerte und vor allem nette Menschen kennen. Wir sind 7 Lehrlinge; 2 aus dem 3. Lehrjahr, 2 aus dem 2. Lehrjahr und 3. aus dem 1. Lehrjahr - unter anderem eine meiner jetzt schon sehr guten Kollegin, dessen Namen ich nicht erwähnen möchte. Ich besuche neben meiner Lehrstätte auch noch die Schule - im 1. Jahr sind es 2 Tage und in den anderen 2 Jahren 1 Schultag. Seit ich dort in diese Berufsschule gehe, und mittlerweile kenne ich meine KlassenkollegInnen sehr gut, fühle ich mich ein wenig wie neugeboren. Alle waren von Anfang an nett zu mir und auch zum Rest. Ich muss ja zugeben, ich war in der ersten Woche krank, weil meine Hausärztin mich falsch behandelt hat - sie wusste allerdings selbst nicht zu dem Zeitpunkt, dass ich einen Wirkstoff im Antibiotikum nicht vertragen habe.

Schnell haben sich zwei große Gruppen gebildet - jedoch haben sich diese wieder aufgelöst, da wir doch alle gerne zusammenhalten. Für mich standen jedoch schon DIE neuen Freundinnen fest. CM -manchmal mehr als nur eine gute Freundin (= auch meine Arbeitskollegin), AB - mittlerweile sehr ans Herz gewachsene Freundin, JR - ein Fußballfreak, dennoch liebenswerte Freundin. Schnell noch eine Gruppe auf WhatsApp erstellen. Ich kam mir wirklich wie etwas Besonderes vor, in so einer Gruppe zu sein - war früher nie der Fall. In der Arbeit war nicht viel los - ja, vielleicht hier oder da einmal etwas, aber nichts Weltbewegendes.

Erst Ende Oktober Mitte November - es war ein Hilfeschrei. 'Holt mich hier raus!' - oder so ähnlich. Da war ich bereits im 2. Lehrjahr und auch schon volljährig, also 18 Jahre alt. Ich saß bei meinem Chef/ meinem Lehrlingsbeauftragten/ meinem Vorgesetzten - wie auch immer - und begann schon wie ein Schlosshund zu heulen. In dem Moment kam ich mir vor wie bei einer Beichte in der Kirche. Ich erzählte ihm, dass ich ein wenig Mist gebaut hätte. Er fragte mich Löcher in den Bauch - ich konnte leider nicht alle beantworten, weiß jetzt auch bei Gott nicht mehr was er mich gefragt hat. Am darauffolgenden Tag sprach ich nicht nur nochmal mit meinem Vorgesetzten, sondern auch mit den 2 Jugendvertrauensräten (JVR) - die, die heute im 3. Lehrjahr sind. Zu denen sagte ich - sowie damals meinem Chef - dass ich mich vor den Zug werfe. Die reagierten darauf und gaben unserem Chef gleich Bescheid. Ich konnte nicht ahnen, dass er gleich alles in Bewegung setzt und es seiner Vorgesetzten, der Frau Mag.a in der Personalabteilung mein Anliegen/ meinen Hilferuf weitersagt (nicht negativ verstehen!). Sie redete kurz mit mir und dann erhielt sie einen Anruf vom Kriseninterventionszentrum (26.11.2014). Dort fuhr ich mit meinem Lehrlingsbeauftragten auch hin - vom Chauffeur hingebracht, mit dem Taxi dann zurück in die Arbeit. Dort sprach ich zum ersten Mal mit einem Psychologen.

Dr. Christoph oder Christian Strunz heißt er (nachdem ich dann die Visitenkarte von dem Doktor hatte, wusste ich dass er Volker Strunz heißt). Nach dem Gespräch versprach er meinem Chef, dass keine Gefahr dafür bestände, dass ich mich vor den Zug - irgendeinen - werfen würde. Danach fuhren wir wieder zurück zum HVB. Dort tranken wir (eine der JVRinnen) noch Kakao, er einen Kaffee.

Am darauffolgenden Donnerstag (4.12.2014) war ich - obwohl ich Schule hatte - mit der Sozialpsychologin aus der Arbeit verabredet. Da hab ich die ganze Geschichte nochmal von vorne erzählt. Wir sprachen gemeinsam auch von meinen Schwächen und Stärken. Dabei kam heraus, dass ich eigentlich den falschen Beruf gewählt habe. Ich bin eher Natur begeistert und klettere bzw. wandere lieber, als in einem vermummten und verstaubten Büro zu sitzen und die Zettelwirtschaft zu beenden. Ich habe mich aber dazu entschlossen, die Lehre abzuschließen und erst dann einmal weiter zu sehen. Wir haben in unserer Klasse 2 neue Leute dazubekommen und beide sind außerordentlich nett. JS - bezauberndes Mädchen, welches sehr tapfer ist. RL hingegen ein echt netter jedoch auch ein wenig schräger Typ (= nicht alle Männer/ Typen haben Manieren). JS ist nun auch in unserer Whatsapp Gruppe - hach, seit es diese außerordentlich netten und zuverlässigen Menschen gibt, habe ich das Gefühl, wieder jemand zu sein. Jemand, der mich schätzt. <3

 

Ob das ein Alptraum war?

 

[Aufgeschrieben am 04.01.2015, 03:30 Uhr, um nachzufolgen warum vor vier Jahren.]

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